Aktuelles

„Wer Missbrauch überlebt hat, gehört zu den mutigsten und stärksten Menschen in unserer Gesellschaft, ausgestattet mit Sensibilität, Mitgefühl und einem hohen Maß an Kreativität. Diese Menschen sind über sich selbst hinausgewachsen und haben Unvorstellbares geleistet – nur viele von Ihnen wissen das gar nicht!“
Petra Pauls (BT 2007 Edition Lumen)

„Wenn du Hierarchien angreifst, Herrschaftswissen transparent machen willst, wird blockiert und zurückgeschossen.“ Über die Blockierer sagt Beer, er habe „alles versucht gegen die Täterschützer. Aber ich konnte den Apparat letztlich kaum ändern.“
(aus einem ZEIT-Artikel über Prof. Dr. Beer, der auch im Bericht vom Report München vom 10.08.2021 auf dieser Seite sein Statement zu unseren Fällen abgibt. s. Presse).


19. September 2022

Die hohen Zahlungen der UKA als Indiz?

Während in ganz Deutschland Betroffene mit den geringen Zahlungen der UKA hadern, gibt es in unserem Betroffenenkreis der Heimkinder verhältnismäßig hohe Zahlungen.
Uns sind mittlerweile sieben Betroffene aus dem Netzwerk der Erlöser- und Niederbronnerschwestern bekannt, die über 100.000 Euro von der UKA zugesprochen bekamen.
Aus Transparenzgründen haben wir uns entschieden, den Bescheid einer betroffenen Person anonymisiert hier einzustellen.
Darin ist von vergleichbaren Taten die Rede, aufgrund derer die UKA über die Summen entschieden hat.

Da die Orden bisher weder etwas zugegeben noch seriöse Aufarbeitungsanstrengungen unternommen haben, verwundert dieser Umstand.
Wir wissen, dass die Summen nach Entscheidung der UKA von den Verantwortungsträgern/Täterorganisationen gemeinsam finanziert werden.

Wie passt das also zusammen mit der Aussage, dass die Betroffenen laut Ordensoberinnen unglaubwürdig sind? Die Ober:innen Monika Edinger der Erlöserschwestern in Würzburg und Barbara Geißinger von den Niederbronner Schwestern in Nürnberg haben keine Gelegenheit ausgelassen, Betroffene medienwirksam zu diffamieren! (s. Bericht Report München vom 10.08.21 in den Presselinks)

Da in der UKA kompetente und unabhängige Gremiumsmitglieder wie Traumatherapeut:innen, Anwält:innen und Bundessozialrichter:innen die Bewertungen der eingereichten Fälle aufgrund aller vorliegenden Unterlagen vornehmen (soweit sie vom Bistum oder Orden vollständig eingereicht wurden, was leider nicht immer der Fall ist) sind deren Kompetenzen und Entscheidungen unserer Meinung nach doch höher zu bewerten als die interessengeleiteten Schutzbehauptungen der Ordensober:innen. Die hohen Zahlungen wurden nach unserem Kenntnisstand an ehemalige Heimkinder überwiesen, die schwerster sexueller und ritualisierter Gewalt in den Kinderheimen der Erlöser- und Niederbronner Schwestern ausgeliefert waren. 

Wir möchten daher alle Betroffenen aus diesem Ordenskomplex ermutigen, ihre Anträge einzureichen. Das Antragsverfahren ist sehr komplex und die Wartezeiten auf eine Entscheidung lagen bisher zwischen 6 und 15 Monaten (was in einigen Fällen auch auf Verfahrensfehler des Bistums zurückzuführen war). Deshalb ist es wichtig, in dieser Zeit gut für sich zu sorgen!

Wenn Sie sich nicht alleine an das Bistum wenden wollen oder dafür Beratung und Begleitung benötigen, können Sie sich jederzeit an uns als unabhängige Anlaufstelle wenden.
Dies gilt auch für Widerspruchsverfahren, wenn Sie eine ausgezahlte Summe nicht als gerechtfertigt ansehen.
Gerne unterstützen wir Sie mit den gesammelten Erfahrungen und Kompetenzen unseres Netzwerkes.

Nach Erhalt einer Zahlung können Sie die Ergebnisse in anonymisierter Form auch in ein Formular beim Verein ehemaliger Heimkinder eintragen, um die allgemeine Transparenz zu erweitern.

Formular zur Erfassung von Anerkennungsleistungen (kath. Kirche)

Diana di J.


18. September 2022

Vom Verstehen und Berühren – Huey Colbinger „Von Propheten“

Eine Rezension von Flora-Nike Göthin                                                            

Er kam, sah und verstand. Und dieses Verstehen berührte.
Anders lässt sich meine erste  Begegnung mit dem Singer/Songwriter Huey Colbinger an einem heißen Sommerabend in Garching an der Alz nicht beschreiben. 
Eigentlich ist es unbeschreiblich…Ich versuche es dennoch.

Die 2. Präventionswoche in Garching a.d. Alz vom 25. Juni bis 2. Juli 2022 eröffnete mit Vorträgen auf dem Marktplatz mit der Frage: „Wir schauen hin und Du?“
Eine ganze Litfaßsäule mit diesem Motto beklebt sprang mir als erstes ins Auge. 
Wie mutig, dachte ich, nachdem der Ort Anfang des Jahres durch die Veröffentlichung des Münchner Gutachtens traurige Berühmtheit erlangt hatte.
Ich hätte erwartet, dass die daraufhin angesetzte Präventionswoche der Betroffeneninitiative „Sauerteig“  – wie für dieses Thema üblich – hinter verschlossenen Türen in Tagungs- und Gemeinschaftsräumen stattfinden und abgehandelt würde. 

Stattdessen war diese Aktionswoche so laut, unübersehbar und mit weit gestreuten Aktionen, dass niemand mehr wegsehen konnte. Und auch nicht weghören.

Dafür sorgten schon am Eröffnungsabend die Einführungsvorträge von Rosi Mittermeier (Initiative Sauerteig) dem Bürgermeister Maik Krieger und  geladenen Gästen wie Markus Elstner, Gründer der Selbsthilfegruppe und Betroffeneninitiative „WegWeiser“  Bottrop und Vertreter der Kanzlei Westphal, Spilker und Wastl, die das bundesweit beachtete Gutachten für das Bistum München-Freising erstellt hatten…

Gleich zweimal wurde an diesem Abend Markus Elstner für seine unermüdliche Präventions- und Aufklärungsarbeit geehrt. Markus Elstner ist ein Betroffener der weit gestreuten sexualisierten Gewalt von Pfarrer Hullermann. Jener Kleriker, der unter bischöflicher Aufsicht und mit Wissen des späteren Papstes, trotz einschlägiger Vergehen und Verurteilungen in Bottrop, nach seiner Versetzung hier in Garching a. d. Alz weiter sein Unwesen treiben konnte und neue Kinder lebenslang verletzte. (Mehr in den untenstehenden Zeitungsberichten). 
Die ganze Gemeinde wusste damals Bescheid, denn als die Taten mittels einer auf Wand und Boden gesprühten anonymen Botschaft für alle sichtbar wurden – just am Morgen vor dem Pfarrfest – bemühten sich die Bürger Garchings noch sehr, alles zu übertünchen und mit Zement zuzuschütten.
Die damals geschändeten Kinder blieben alleine und ungehört oder wurden als Lügner gebrandmarkt. Garching in den 1980ern…

Im Garching von 2022 ist etwas aufgebrochen, hat sich die Blume der Wahrheit durch den Zement gebohrt und kamen Menschen von weit her, um ihre Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen.
So standen an jenem Abend Gäste aus Freiburg, Wiesbaden, Bottrop, Wilhelmshaven und München mit den Garchingern Seite an Seite in der brütenden Hitze. Sie hörten auch – manche erstmalig – den Liedern des Mannes zu, der mit seiner hohen Sensibilität fähig war, etwas wahrzunehmen, was die bis heute abwehrenden Kirchenvertreter mit derselben Gewalt nicht sehen wollen, mit der sie Kindern millionenfach Gewalt angetan haben und noch immer antun.

Huey Colbinger hatte in seinem künstlerischen Repertoire erstaunlich viele passende Liedtexte für diesen Abend, die zwischen den Vorträgen mit seiner eigenen, sehr virtuosen Gitarrenbegleitung das Nachdenken und –fühlen über die schwer verdaulichen Thematik noch intensivierten.  Und gleichzeitig tröstlich aushaltbar machten.

Die Macht der Kunst gegen den Machtmissbrauch der Kirche. 
Die Wahrheit eines Einzelnen gegen die Lügen vieler.
Und so erklang an jenem denkwürdigen Abend auch zum ersten Mal das Lied „Von Propheten“.
Ein Lied, das Colbinger aus seinem tiefen Verständnis für den Schmerz und die Ohnmacht Betroffener, für UNS geschrieben hatte. Für die Menschen, denen die eigenen Worte noch im Hals stecken, die tagtäglich versuchen zu überleben und in ihren inneren Tränenmeeren nicht unterzugehen. Dieses Lied gibt ihnen allen Stimme und Ausdruck für das Unaussprechliche.

Diese erste Begegnung mit dem Song hat sich so unerwartet in meine Seele eingebrannt, dass es mich jedes Mal, wenn ich ihn anhöre, auf den Garchinger Marktplatz an diesem heißen Sommerabend zurück katapultiert und ich die Kraft und Stärke spüren kann, die er an diesem Abend in mir ausgelöst hat.
Es ist wie Heilung über das Gehör. Es übertönt die nagende Wut über die Ignoranz der Kirchenvertreter, ihre geheuchelten Entschuldigungen und ihre falschen Versprechungen, derer sie nicht müde werden. Es trifft bis tief ins Mark genau die wunden Punkte, es macht sichtbar, was noch immer viel zu viele nicht sehen wollen.

Ich wünsche diesem Lied viel Gehör und Diskussionen über den Inhalt. Möge es mit seinen eindringlichen Worten und Klängen berühren, aufwühlen und Mauern zersetzen. 
Und möge es vielen anderen Betroffenen wie mir Trost, Halt und ein Quäntchen Heilung geben.


Huey Colbinger – Von Propheten

Sie verkünden den Glauben an den Glauben
Heilige Dinge, die nur sie sehen
Sie brauchen auch keine Beweise
Hast Du es denn nicht gesehen

Dann komm doch in unsere Mitte
Wir nehmen dich herzlich auf
Sprichst ab heute nur unsere Worte
Gedanken nicht mehr zählen

Du nimmst mit großer Freude
Das vermeintlich Geschenk an
Möchtest dazugehören
Suchst deine Stimme im Weltenklang

Das kann dir so nicht gelingen
Weil es deine Worte nicht sind
Nur Zustand von leeren Phrasen
Nicht frei von Leben erfüllt

Versteh – Du bist frei – So viel Schatten hinter den Gewändern
Versteh – Du bist frei – Brich aus und sieh wer dich hindert
Versteh – Du bist frei – Lass die Würde dir niemals nehmen
Versteh – Du bist frei – Kannst die wahren Gesichter sehen

Sie werden es wieder versuchen
Dich in ihren Bann zu ziehen
Sei standhaft und lass dich nicht verwirren
Dein Weg, dein Leben sind das Ziel

Versteh – Du bist frei – Soviel Schatten hinter den Gewändern
Versteh – Du bist frei – Brich aus und sieh wer dich hindert
Versteh – Du bist frei – Lass die Würde dir niemals nehmen
Versteh – Du bist frei – Kannst die wahren Gesichter sehen

Sie lächeln und sie lachen
Nichts kommt in ihren Augen an
Sie lächeln und sie lachen
Nichts kommt in ihren Augen an
Sie lächeln und sie lachen
Nichts kommt in ihren Augen an


Gegen das Schweigen: Huey Colbingers „Von Propheten“
26.08.2022 — „Was den Schutz unserer Kinder betrifft, steht dieser über allem und ist zu keinem Zeitpunkt verhandelbar, mit niemandem“, davon ist Huey Colbinger, Singer-Songwriter aus Bad Griesbach im Rottal, überzeugt. „Wer weg sieht oder gar vertuscht, …


Presseberichte 2. Präventionswoche Garching:

Garchinger PRÄVENTIONSWOCHE SAUERTEIG – YouTube
Die Garchinger Präventionswoche mit einer Fülle von Veranstaltungen ging kürzlich zu Ende.Mit Ausstellungen, einem mobilen Sprechzimmer der …
20.07.2022 – YouTube · deejayleclair1

Präventionswoche gegen sexuelle Gewalt an Kindern | BR24
28.06.2022 — Über 20 Jahre missbrauchte der ehemalige Pfarrer H. in Garching an der Alz Kinder. Der Arbeitskreis Prävention will das aufarbeiten und 

Markus Elstner – YouTube

Peter Hullermann – Wikibrief
Nach einer einjährigen Tätigkeit als Kaplan in einem Altenheim wurde Hullermann dann um 1987 nach Garching an der Alz versetzt, wo er über 20 Jahre als Pfarrer …


12. September 2022

EINSENDESCHLUSS 26. September 2022 !!!!

SICHTBAR WERDEN ohne selbst sichtbar und angreifbar zu sein…
Ein Mahnmal-Projekt für Betroffene sexualisierter Gewalt

Im Rahmen unserer Betroffeneninitiative möchten wir noch auf ein Projekt der Selbsthilfegruppe „Fackelträger“ unter der Leitung von Petra Pauls-Gläsemann in Grafenhausen aufmerksam machen und zur Teilnahme einladen.

Die Idee ist, eine große Decke als Schutzmantel oder einen Wandteppich als Teil einer Kunstausstellung in diese Welt zu bringen, indem Betroffene ihren ganz eigenen Teil in Form eines 20 x 20 cm großen Flickens (gehäkelt oder gestrickt) anfertigen oder anfertigen lassen und noch bis 26. September an die unten angegebene Adresse der SHG in Grafenhausen (Nähe Freiburg) zu senden. Das kann vollkommen anonym erfolgen, wichtig wäre nur der Ort der Tat. Nähere Einzelheiten und Hintergrund siehe Flyer des Projekts.

Nach dem Einsendeschluß werden die einzelnen Hand-Arbeiten ebenfalls von Hand zu einem großen Ganzen zusammengefügt, und je mehr Betroffene sich beteiligen, desto sichtbarer wird unser Thema einmal mehr in der Welt sein.

Noch immer sind Kirchen und Orden bestrebt, die Taten an uns zu verschweigen und zu vertuschen. Aufklärung wird verschleppt, die Verantwortungsübernahme verweigert und Betroffene weiterhin diskriminiert und retraumatisiert. Kirche und Staat arbeiten dabei Hand in Hand. Deshalb ist es wichtig, wieder und wieder Zeichen zu setzen, sichtbar zu werden, sichtbar zu bleiben.

Kreative und künstlerische Arbeit kann hierbei einen sehr wertvollen Beitrag leisten, indem wir etwas aus uns herausarbeiten, den Schmerz und die Ohnmacht in die Arbeit legen und externalisieren. Geschützt aber unübersehbar. Anonym und doch als Person, die sich selbst und ihr Leid zum Ausdruck bringt. 

Der Einsendeschluss dieses Projektes fällt auch mit der zeitnahen Gutachtenveröffentlichung des Bistums Freiburg zusammen. Ein sehr guter Zeitpunkt also, um danach das gemeinsam gestaltete Mahnmal der Öffentlichkeit vorzustellen. 

WEIL WIR SO VIELE SIND!

Diana di J.


9. Mai 2022

Die Ministrantenmissbrauchsversicherung

Eine Realsatire von Flora-Nike Göthin in kreativer Zusammenarbeit mit KTO und Martin Breuer

Während sich in Würzburg alle kirchlichen Jugendarbeiter auf das große Ministranten(fischer)fest in Münster-Schwarzach vorbereiten, macht eine verwirrende Meldung die Runde: Eine Versicherung (VBG – die Verwaltungsberufsgenossenschaft aus Hamburg) hat sich an die DBK gewandt und nachgefragt, warum die Missbrauchsfälle der Ministranten nicht als Arbeitsunfälle gemeldet wurden…..Die Wortwahl der Versicherung stößt vielerorts auf Ablehnung, denn es hört sich zynisch an, was wahrscheinlich gut gemeint ist…

(aus Triggergründen haben wir den ganzen Text an anderer Stelle eingestellt.)

Unfallversicherung macht Druck auf die Kirche
6. Mai 2022 – Anette Zoch, Süddeutsche Zeitung

Passauer Missbrauchsskandal: Pater Norberts dunkles …
31.01.2022 — Ein Missbrauchsskandal erschüttert das Bistum Passau. … Kirchenmusikdirektor Pater Norbert Weber wohl an Jungen. … Bildrechte: BR.

9.5.2022 Das Mülheimer Amtsgericht hat einen katholischen Priester aus dem Bistum Essen zu drei Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro verurteilt. Das Gericht konnte nachweisen, dass der Priester sich zumindest bei einem Treffen mit einem damals Minderjährigen strafbar gemacht hatte. Das Opfer sagte aus, dass es eine freundschaftliche Affäre gewesen sei. Der Priester betonte, er sei kein Missbrauchstäter. -Quelle: WDR


22. April 2022

Die katholische Radikalisierung im Bistum Würzburg und ein großes Dankeschön an Pro Familia!

„Der Vorteil eines rückgratlosen Menschen ist, dass er sich leichter in jede gewünschte Richtung verbiegen kann“
(Autor unbekannt)

Von Flora-Nike Göthin

Ich beginne mich zu schämen.
Ich schäme mich nicht für meine aufrichtige Beiratsarbeit, mit der ich zwei Jahre lang versucht habe, die Aufarbeitung im Bistum Würzburg zu unterstützen! Ich schäme mich dafür, dass ich die Menschen, mit denen ich in dieser Zeit zu tun hatte, so wenig durchschaut habe. Das Abgründige, das jetzt drei Monate nach meinem Austritt an die Oberfläche dringt – wie konnte ich DAS nur übersehen?
Wieder einmal zeigt sich, dass die einzige Rettung vor der Kirche der ausreichende Abstand ist… geistig, emotional und physisch mindestens 200 Kilometer.
Ich schäme mich mittlerweile dafür, dass ich als Baby katholisch getauft wurde, (obwohl ich keine Wahl hatte), ich schäme mich für jedes Gebet, das ich erzwungenermaßen beten mußte, für jeden Kirchenbesuch in einer katholischen Kirche* und für jede Hoffnung, die ich gehegt habe, als uns Betroffenen Aufklärung und Gerechtigkeit versprochen wurde. Ich schäme mich dafür, dass ich all dies nicht mehr rückgängig machen kann und ich schäme mich dafür, jemals dieser fehlgeleiteten Glaubensrichtung angehört zu haben.
(*Maria Geburt in Aschaffenburg ausgenommen!)

Und heute schäme mich besonders für den Umgang des Bistums mit der Beratungsstelle Pro Familia in Würzburg! 

Im Sommer 2021 informierte Bischof Jung den Betroffenenbeirat erstmals, dass er mit Pro Familia in Verhandlung stünde, um die Forderung nach einer kirchenunabhängigen Beratung für Betroffene zu gewährleisten.
Es gab keinerlei Widerspruch von Seiten des Betroffenenbeirates! Ich kannte Pro Familia von kompetenten Fortbildungen, die mir halfen, die Traumadynamik nach Missbrauch zu verstehen und war als Beirätin sehr zufrieden, dass Betroffene des Bistums Würzburg nun endlich Ansprechpartner mit Traumafachkompetenz haben sollten. (Ein Manko, welches das Bistum leider bis zum heutigen Tage nicht behoben hat. Alle dort tätigen Personen, inklusive der juristischen Mißbrauchsbeauftragten weisen diesbezüglich eklatante Mängel im Umgang mit Betroffenen auf, die regelmäßig zu neuen Verletzungen und Retraumatisierungen führen. Die einzige MB-Beauftragte mit Traumakompetenz hat sich gerade wieder vom Bistum getrennt. Sich an die Bistumsmitarbeiter zu wenden, stellt ein Risiko an sich dar! Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Betroffene mit einschlägigen Erfahrungen…)

Mit einer medialen Kampagne beendet nun also das Bistum Würzburg die vor vier Wochen begonnene Zusammenarbeit mit Pro Familia. Der vorgeschobene Grund ist ein Votum des Betroffenenbeirates, dem der Bischof folgen wolle… (bei dem wesentlich wichtigeren Thema Datenschutz von Betroffenenakten will er es z.B. bis heute nicht…)
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht bundesweit und alle radikalen Katholiken haben etwas dazu beizutragen. Einige fordern jetzt auch den Rücktritt von Bischof Jung, weil er eine solch „sündige“ Organisation mit den wertvollen Kirchengeldern unterstützt… (….kleiner Gedankenexkurs zu Woelkis Spielschuldenbegleichung in Millionenhöhe für einen seiner Mitbrüder…)

Am Ende des Tages frage ich mich, wem nützt dieses Spektakel am meisten? Wer und was steckt wirklich dahinter? Hat man diesen Verlauf in Würzburg von langer Hand geplant, um eine ungeliebte Organisation den katholischen Moral-Henkern auszuliefern? 
Sägt vielleicht der alte Würzburger Kleriker-Klüngel am Stuhl eines ungeliebten Bischofs? Es war doch alles so friedlich und gut zugedeckt unter Bischof Hofmanns Führung…..
Das Bistum hätte die Zusammenarbeit mit Pro Familie gar nicht erst beginnen oder auch leise beenden können… Wenn es um Verbrechen von Klerikern geht, ist man doch auch sehr diskret… der Beirat hatte über neun Monate Zeit, um schon vor Beginn der Zusammenarbeit sein Veto einzulegen…
Warum jetzt dieses öffentliche Trara, wenn doch alles längst bekannt war?

Oder ist alles nur ein Ablenkungsmanöver von den aktuellen Berichten über Bischöfe wie Marx und Ackermann, die gerade im Abtreibungsfall Karin Weißenfels eine sehr schlechte Figur machen…Karin Weißenfels ist die Frau, die von einem Priester geschwängert und von zwei hochrangigen Klerikern zu einer Abtreibung GEDRÄNGT wurde (etwas, was Pro Familia nie tun würde!!). 
Diese Frau, die sich seit Jahren gegen die Vertuschungsversuche der genannten Herren wehrt, wurde jetzt von Herrn Ackermann öffentlich bloß gestellt, indem er ihr Pseudonym aufhob. (Auch das würde Pro Familia nie machen, denn sie wissen, was Datenschutz und Persönlichkeitsrechte bedeuten). Oder der Fall des Pfarrers Ue, der gerade in Köln zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde. Weil endlich mal ein couragierter Richter das geleistet hat, was unser Staat leisten könnte, wenn er nur wollte…
Auch Pfarrer Ue. hat neben unzähligen Vergewaltigungen von bisher neun (!) bekannten Frauen seine Pflegetochter 2x geschwängert und die ungeborenen Leben von einem Arzt abtreiben lassen. Das Mädchen wußte bei der ersten Abtreibung nicht mal, was mit ihr gemacht wird!!!!
Dieser Mann wurde ebenfalls mehr als 10 Jahre durch klerikale Kohorten gedeckt.
Oder die vielen verscharrten Babyleichen in Klostergärten, von vergewaltigten Nonnen oder Heimkindern, die Priestern und Ordensbrüdern für ihre zölibatäre Triebabfuhr zugeführt wurden…
Die haben zwar nicht abgetrieben, aber dafür die Kinder nach der Geburt ermordet….und die Kleriker haben auch nicht vergewaltigt, sondern nur ein bisschen das 6. Gebot der Ehelosigkeit verletzt…
Beendet die Kirche jetzt auch konsequent die Zusammenarbeit mit diesen Personen? Dann bleiben wahrscheinlich nicht mehr viele Kleriker übrig…
Dass ausgerechnet diese selbsternannten Moralapostel, wie sie jetzt wieder im Bistum Würzburg und in den Medien auftauchen, sich erdreisten, über die Selbstbestimmung von Frauen im Jahr 2022 zu richten und eine Beratungsstelle wie Pro Familia öffentlich an den Pranger zu stellen, ist eine neue Dimension klerikaler Hybris und Heuchelei.
Aber sie hat eine gute Tradition, denn der eh(e)r(un)würdige Papst Benedikt hat ja bereits 2019 den 68er Zeitgeist für die Verfehlungen der Priester benannt. (s. angehängten Link)
Die katholischen Fundamentalisten lenken den Blick auch jetzt in Würzburg wieder in die 68er, um das Hinsehen auf ihre heutigen Verfehlungen zu vernebeln. Pfarrer Ue. wurde während der laufenden Verhandlung im Januar diesen Jahres verhaftet, weil seine Übergriffe auf Kinder bis in die jüngste Gegenwart reichten. Bei einem Priester aus Osnabrück wurden laut Berichten vom 8. April 2022, also vor 16 Tagen! kinderpornografische Dateien im mittleren vierstelligen Bereich (also ca. 5000!!) gesichert.
Das ist der wahre klerikale Zeitgeist! Seht hin, seht Euch die Heuchler und Verräter des christlichen Glaubens genau an! Auch Ihr katholischen Laien, die ihr immer noch so tut, als ginge Euch das alles nichts an. Hinter jedem dieser 5000 Bilder steckt ein brutal vergewaltigtes Kind, an dem der geweihte Mann sich aufgegeilt hat.

Wer glaubt Ihr, wer Ihr seid? Wer, glaubt Ihr, gibt Euch das Recht, über auch nur einen einzigen Frauenkörper zu bestimmen? 
Oder über die Würde einer Frau, die sich entscheidet, ein Kind nicht bekommen zu wollen oder zu können?

Dieser Cartoon wurde bereits 1991 in mehreren deutschen Tageszeitungen veröffentlicht (Mainzer AZ, taz, u.a.).
Fast (!) alle der hier abgebildeten männlichen Protagonisten haben ihre Haltung mittlerweile geändert…

Geht beten und laßt uns endlich in Ruhe mit Euren falschen und verlogenen Predigten!

Gott ist in jeder Blume, in jedem Baum, in jedem Lächeln und jeder Liebenswürdigkeit unter Menschen zu finden. Aber nur noch selten bei katholischen Klerikern! Kein Mensch braucht solche abgründigen Unheiligen für sein Heil!
Am Sonntag endet mein Arbeitsleben (früher als geplant und mit schweren finanziellen Verlusten aufgrund der Traumafolgen), aber ich werde drei (evangelische) Kreuze machen, dass Steuergelder aus meiner Hände Arbeit Euch nicht mehr finanzieren. Denn damit fühle ich mich mitschuldig an den Verbrechen, die Ihr ungesühnt in Euren Kreisen stattfinden lasst!
Ich hoffe, dass nach dieser Aktion wieder viele Frauen aus der Kirche austreten, weil sie begreifen, dass Euch mit Eurer mittelalterlichen Frauenverachtung nicht zu trauen ist, und ich wünsche den Kindern, dass verantwortungsvolle Eltern sie von Euch fern halten. Das wäre eine weitgreifende Prävention, die den Namen auch verdient.

Pro Familia ist jetzt verbrieft die wirklich einzige vom Katholizismus unabhängige Beratungsstelle in Würzburg! Das erhöht mein Vertrauen umso mehr!

Unbedingt weiterlesen!!

Bistum Würzburg beendet Zusammenarbeit mit Pro Familia
21.04.2022 – Bei Pro Familia sollten Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche eine Anlaufstelle bekommen. Doch das Bistum Würzburg rudert nun zurück. www.br.de/nachrichten/bayern

Osnabrücker Pfarrer soll viele Tausend Kinderporno-Dateien …
08.04.2022 — Osnabrücker Pfarrer soll viele Tausend Kinderporno-Dateien gehabt haben

Papst Benedikt und der sexuelle Missbrauch – Die 68er waren’s
12.4.2019 – Die 68er waren’s. Von Antje Hildebrandt

Prozess in Köln fortgesetzt: Pfarrer U. soll Pflegetochter …
10.12.2021 — soll Pflegetochter geschwängert haben. Von Anita Hirschbeck. angeklagter Missbrauch Gummersbach 2. 


22.03.2022

Warum sollen Ministranten ausgerechnet in der Abtei Münster-Schwarzach feiern?
Unser Beitrag zur Prävention im Jahr 2022

Würden Sie einen übergewichtigen Diabetiker vor ein Buffet mit fetten Speisen und Torten setzen?

In der Benediktiner-Abtei Münster-Schwarzach soll von 17.-19. Juni  ein Wellenbrecher-Fest für alle MinistrantInnen stattfinden……(und die MainPost bewirbt dieses Event, obwohl in ihren eigenen Archiven die Warnhinweise liegen…)

Unsere langjährigen Recherchen haben ergeben, dass genau dort pädophile Kleriker in mehrmonatigen Aufenthalten beraten wurden und auch Benediktiner-Mönche aus anderen Landesteilen nach Münster-Schwarzach zurückgeholt wurden, nachdem sie sich an Kindern vergriffen hatten.  (s. themenbezogene Zeitungsberichte aus den Jahren 2002, 2010, 2016 und 2020)

Wir hatten kürzlich Kontakt zu einem einstigen Ministranten, der bis heute sehr christlich sozialisiert lebt und auch seinen Beruf als Religionslehrer dahingehend gewählt hat. Er wurde als Kind Opfer des (noch im Bistum Würzburg lebenden) Geistlichen Wolf-Dieter W., der sich in Münster-Schwarzach eine Auszeit nahm, bevor er sein neues Amt in der Diözese des damaligen Ministranten antrat.
Durch die anhaltenden Mißbrauchsskandale hadert der heutige Mittvierziger mit seinem Beruf (O-Ton: „Mir zieht es jeden Tag mehr die Schlinge um den Hals zu, wenn ich Religion unterrichten soll“). Und er hat jetzt selbst zwei Söhne im besten Ministrantenalter. Trotz dieser tiefgreifenden Verbindungen zu der Täterorganisation Kirche erlaubt er seinen Söhnen nicht zu ministrieren. Diese klare Haltung ist unserer Meinung nach der beste Schutz, den er seinen Kindern zukommen lassen kann!

Welche Eltern also lassen in der heutigen Zeit ihre Kinder ab 9 Jahren ungeschützt an einem Fest in einer Klosterabtei mit zwei Übernachtungen teilnehmen????? 

Bitte informieren Sie sich gut, bevor Sie ihre Kinder dort ab- und ausliefern. Selbst wenn Eltern als Begleitung dabei sind, garantiert das keinen hundertprozentigen Schutz.

Wir kennen einen Fall, in dem ein kleines Mädchen bei einem Pfarrfest auf dem Schoß des Pfarrers sitzen durfte und die stolzen Eltern auf der Bank gegenüber ahnten nichts davon, dass er sich unter dem Tisch im Genitalbereich des kleinen Mädchens zu schaffen machte. Auch dieser Täter war einst Gast im Recollectio-Haus Münster-Schwarzach und missbrauchte danach noch viele weitere Kinder……Das Mädchen von dem Pfarrfest (damals 4 Jahre) konnte erst als Erwachsene über diese und noch weitere Taten sprechen, die ihr von dem netten Pfarrer, einem Freund der Familie, angetan wurden…..

Noch heute beschäftigt die Abtei Münster-Schwarzach drei Missbrauchsbeauftragte….warum wohl? 

Zum Weiterlesen:

  • Katholische Kirche: Seelsorge für Seelsorger – Gesellschaft
    18.05.2010 — Wunibald Müller hat einen Ort geschaffen, an den sich Priester zurückziehen können, die in einer tiefen Krise…
    (Dieser Artikel ist zwar hinter einer Paywall, aber schon in dem lesbaren Absatz wird sichtbar, dass Eltern Vorsicht walten und ihre Kinder dort nicht aus den Augen lassen sollten!! Man sieht den Priestern und Mönchen ihre Neigungen nicht an. Oft waren die besonders zugewandten, charismatischen und kinderlieben Kleriker, die Jahrzehnte später entlarvt und angezeigt wurden.)

Diana di J.


20.03.2022

Der Bischof, das Bistum und die Kinderpornografie

Über den fahrlässigen Umgang mit sensiblen Betroffenendaten im Bistum Würzburg – ein Update
(Gilt wahrscheinlich für alle Bistümer, aber hier halten wir die Beweisdokumente in Händen)

Die Anfrage einer Sekretärin aus dem Generalvikariat Würzburg macht deutlich, dass intime Betroffenendaten trotz anderslautenden Zusagen von Bischof Jung weiterhin ungeschützt sind und offensichtlich jeder Zugang bekommt. 
Anlass war eine Anfrage der UKA (Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen), weil für den (vor einem Jahr !!!) gestellten Antrag  einer Betroffenen auf Anerkennung des Leids die Fallberichte nicht vom Bistum mit eingereicht wurden. 

Ohne die genaue Beschreibung der Taten kann die UKA die Höhe der Summe nicht festlegen, denn es ist wichtig für deren Beurteilung, wie oft, wie lange, in welchem Alter, durch wieviele Täter und in welchem Kontext die Vergewaltigungen stattgefunden haben. Und ob es mit oder ohne Penetration des Kindes erfolgte…..


(aus Triggergründen haben wir den ganzen Text an anderer Stelle eingestellt.)


10. März 2022

Diesen Aufruf des Vereins ehemaliger Heimkinder haben wir im Originaltext auf unsere Seite übernommen. Nachdem die Bischöfe trotz mehrfacher Hinweise von Betroffenen auf neue Verletzungen und Retraumatisierungen durch die intransparenten Entscheidungen der UKA an dem System festhalten, ist die Datensammlung über die tatsächlich erfolgten Zahlungen ein erster Schritt zur Selbsthilfe durch Aufklärung, den alle Betroffenen unterstützen können.

Erfassung von Anerkennungsleistungen der UKA (unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen)

Da das Verfahren der UKA und die Höhe der Anerkennungsleistungen für die Betroffenen sexueller Gewalt sehr intransparent sind und sich dies von Seiten der katholischen Kirche wohl auch nicht ändern wird, kann nur von Seiten der Betroffenen eine bessere Transparenz geschaffen werden. Dies wiederum kann nach unserer Einschätzung nur durch die Offenlegung der Zahlungen erreicht werden.

Dazu dient dieses Formular, in dem jede/r Betroffene/r anonym angeben kann, welche Anerkennungsleistungen er oder sie für die erlittene sexuelle Gewalt von der katholischen Kirche erhalten hat. Die Angaben werden vertraulich behandelt. Die gesammelten Daten werden tabellarisch und grafisch auf dieser Seite dargestellt werden.

Das Schweigen über die Anerkennungsleistungen kommt letztendlich der Kirche zugute, wie letztendlich auch das lange Schweigen der Betroffenen über die Gewalttaten den TäterInnen bzw. der Kirche zugute kam. Das wollen wir ändern! 

Nur zusammen sind wir stark. Daher hoffen wir auf eine rege Beteiligung. Wir, das ist ein loser Zusammenschluss einzelner engagierter Betroffener. 

Unten auf dieser Seite können Sie direkt die von Betroffenen angegebenen Summen sehen sowie Kommentare einfügen. 

In dem Formular sind nur die mit einem * gekennzeichneten Felder Pflichtangaben.

WICHTIG: Die Betreiber der Webseite können zu keinem Zeitpunkt die eingetragenen Daten einsehen. Die Daten werden verschlüsselt an uns übertragen und dort auch verschlüsselt gespeichert. 


08.03.2022

UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V.
Das erste LEUCHTZEICHEN in den dunklen Zeiten der Kirche

In Köln wurde diese Woche die erste Anlauf- und Beratungsstelle eingeweiht, die unabhängig von kirchlichen Strukturen arbeitet.
Hier finden Betroffene von sexualisierter Gewalt im kirchlichen Kontext kompetente und vor allem traumasensible AnsprechpartnerInnen, die die Klärung der eigenen Situation und des möglichen weiteren Vorgehens zur Bewältigung erfahrenen Unrechts unterstützen können.
Die hinter Umsteuern! Robin Sisterhood e.V. stehende Idee ist so einfach wie genial: der Verein möchte Verantwortung übernehmen, um das zu tun, was die Institution Kirche seit Jahrzehnten versäumt. Viele gläubige Menschen möchten das immer sichtbarer werdende Macht- und Gewaltsystem der Kirche nicht mehr unterstützen und sind bereits ausgetreten. Und es werden täglich mehr! Der Verein möchte diese Menschen dazu anregen, ihre eingesparte Kirchensteuer umzusteuern:
Von der verletzenden Institution zu denen, die durch die Kirche zu (meist lebenslangem) Schaden gekommen sind.

Wir, die ehemaligen Heimkinder der Erlöser- und Niederbronnerschwestern, möchten diesen Verein auch dahingehend unterstützen, dass solche Anlaufstellen bundesweit in allen Bistümern gegründet werden können. Der Verein Umsteuern! Robin Sisterhood e.v. und die Anlaufstelle in Köln bieten auch hierzu Beratung und freuen sich über konstruktive Ideen und Angebote von Betroffenen und Nicht-Betroffenen.
Wir suchen konkret Mitstreiter und Räume für das Rhein-Main-Gebiet und Würzburg, wo die ersten „Filialen“ des Kölner Leuchtzeichens entstehen könnten.

Alle Informationen über Umsteuern! Robin Sisterhood e.v. erhalten Sie unter www.um-steuern.org und bei Interesse zur Gründung weiterer Anlaufstellen auch hier über den mail-Kontakt dieser Seite.

Leuchtzeichen“ will Opfern von Missbrauch helfen – Kölner …


11.02.22

Veranstaltung für Betroffene in der Gemeinde Maria Geburt Aschaffenburg

Am Sonntag, den 13. Februar findet die dritte Solidaritätsveranstaltung der Gemeinde Maria Geburt in Aschaffenburg. In den unten angehängten Interviews und Texten finden Sie die unauslöschbaren Eindrücke dieser im Bistum Würzburg bisher einmaligen Veranstaltungsreihe für Betroffene. Ein sehr berührendes Zeichen der Kirchenbasis, die Betroffenen einen sicheren Raum, Gehör und die Möglichkeit der Sichtbarwerdung schenkt.

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31.01.22

Winterlinge

Ein Bericht über das Erleben des ersten Solidaritätsgottesdienstes aus Sicht einer Betroffenen in der Gemeinde Maria Geburt in Aschaffenburg, zu finden unter „Essays“ – Anonym


29.01.22

Toxische Aufarbeitung

Wie Betroffene im Kontakt mit der Kirche ein zweites, drittes und viertes Mal verletzt und missbraucht werden

Die MainPost hat am 28.01.22 ohne Grund und ohne von der Betroffenen dazu autorisiert zu sein, die Anonymität der entlassenen Betroffenenbeirätin aufgehoben, bekannt gemacht, und unzulässige Zusammenhänge in der Öffentlichkeit über ihren Missbrauchshintergrund preisgegeben.
Diese Informationen wurden lt. MainPost von einem bereits früher ausgeschiedenen Beiratsmitglied bestätigt.
Beide Informationsflüsse hängen mit dem Bistum Würzburg zusammen, denn der Theologe – beliebtester und geltungsbedürftigter Informant der MainPost-Angestellten Jeske – pflegt nach eigenen Angaben engste Verbindungen zu Bistumsanghörigen, die er noch aus Studienzeiten in Würzburg kennt. Das war auch einer der Gründe, warum eine Zusammenarbeit mit ihm im bisherigen Beirat auf Widerstände stieß.

Der Bistumspressesprecher Schweßinger, der für die unzulässige Weitergabe der Informationen verantwortlich ist, gehört zu dem Mitarbeiterstab des Vorgängerbischofs Hofmann und somit zu dem Klüngel, der in Würzburg versucht, Aufklärung aktiv zu unterbinden und den Betroffenen zu schaden. (Er und das Bistum wurden mehrfach auf die Anonymitätswahrung hingewiesen!) Entsprechende Dokumente von früheren Vorfällen zwischen 2013 und 2020 liegen uns vor und wurden auch Bischof Jung zur Bearbeitung vorgelegt. Statt Aufklärung folgte jedoch die Entlassung der Beirätin, die diese Arbeit mit großem Engagement und viel Herzblut über 9 Monate ausgeführt hat.
Ihre fachspezifische Traumakompetenz hat sie zu einer wertvollen Ansprechpartnerin für Betroffene gemacht, die sich sicher sein konnten, ihre Anonymität und Grenzen gewahrt zu bekommen.

Die Anonymität von Betroffenen, die den Mut haben, sich an die zuständigen Stellen zu wenden, ist ein unabdingbares hohes Gut und Persönlichkeitsrecht und NIEMAND hat darüber zu bestimmen, außer der/ die Betroffene selbst.

Was gebe ich in der Öffentlichkeit preis, wem erzähle ich meine Geschichte, wer darf sie weitergeben und wer nicht?

Das sind die elementarsten Fragen der Aufarbeitung, die im Bistum Würzburg bis heute missachtet werden. Der Datenschutz Betroffener wird an vielen Stellen subtil oder offen unterlaufen. Wir haben Betroffene zu Gesprächen und zur Akteneinsicht im Bistum begleitet und mussten dabei feststellen, dass höchst intime und persönliche Inhalte oft unbefugt an Dritte weitergegeben wurden oder Daten unbefugt zwischen Täterorganisationen und kirchennahen befangenen Gutachtern zur Einsicht ausgetauscht wurden.
Anzeigen beim Bistum, die dann in der kircheneigenen Datenschutzabteilung geprüft werden, versanden in einem Wust von Ausweichparagraphen und führen nie zu einer Starfverfolgung der im Bistum tätigen Täter.
Diese Erfahrungen musste auch die Betroffenenbeirätin mehrfach machen, deren Identität wir bei unserer Berichterstattung bewusst geschützt haben. Dass das Bistum jetzt Details an die Presse weitergibt, ist ebenso unzulässig wie die Veröffentlichung dieser Informationen in der MainPost und wir fragen uns, welche Zwecke damit verfolgt werden.

Im Jahr 2013 hatte sich die Betroffenenbeirätin bereits hilfesuchend an die MainPost gewandt. Eine Berichterstattung wurde aber abgelehnt, mit dem Hinweis, dass ihr Fall für die Öffentlichkeit nicht interessant sei.
(s, Hintergrundinfos-MainPost)
Später fand die Betroffene in ihrer Bistumsakte einen Hinweis des Pressesprechers, dass er über diese Kontaktaufnahme mit der MainPost informiert war und seine Kollegen wie Generalvikar und Justziar intern davor warnte.
Schreiben an die Betroffene wurden zwischen 8 Personen im Bistumskader genau abgesprochen, „weil man damit rechnen müsse, dass sie in der Zeitung landen“ (O-Ton Bernhard Schweßinger, Pressesprecher des Bistums, gefunden in einer Aktennotiz)

Seit der seriösen und von der Betroffenen selbst entschiedenen Berichterstattung des BR kann die MainPost seit einem halben Jahr garnicht mehr aufhören, darüber zu berichten, allerdings immer mit der Tendenz, die Betroffene zugunsten der Erlöserschwestern zu diskreditieren.
Der aufmerksame Leser aller Artikel zu diesem Thema dürfte dies schnell bemerken. Dabei hat sich die MainPost auch nicht gescheut, andere ehemalige Heimkinder zu instrumentalisieren.
Hinzu kommt, dass die sehr fundierten Recherchen und Berichterstattungen des BR nur teilweise in der lokalen Presse aufgegriffen werden. Verschwiegen wird dabei z.B., dass dem Bistum mehrere Parallelfälle mit denselben Vorwürfen in anderen Heimen der Erlöserschwestern bekannt sind.
Es werden hier also gezielt Des- und Falschinformationen gestreut, um die Betroffene öffentlich als Lügnerin darzustellen und den Ruf des Ordens solange reinzuhalten, bis es nicht mehr geht.
Bis zur Berichterstattung des BR 2021 findet man keinen einzigen negativen Bericht über die Erlöserschwestern.
Nochmal – der Fall ist der Mainpost seit 2013 bekannt und wurde in den Jahren 2016-2018 auch ausführlich von Christine Jeske im intensiven Kontakt mit der Betroffenen und durch Besuche im Kinderheim recherchiert. Da sie ihre Erkenntnisse darüber aber bis heute der Öffentlichkeit vorenthält (und somit gegen alle Grundsätze journalistischer Ethik verstößt), wandte sich die Betroffene an die WELT, die 2019 mit einem großen Bericht über den Fall berichtet hat.
Auch damals hat es die MainPost bewusst vermieden, den Bericht lokal aufzugreifen. Stattdessen reagierte Frau Jeske mit großem Unmut, der mit ein Grund für ihre heute noch tendenziöse Berichterstattung gegen die Betroffene sein dürfte.
Dabei wird sie von der Chefredaktion unterstützt, wie ein uns vorliegendes, ziemlich zynisches Antwortschreiben von Michael Reinhard auf die Beschwerde Betroffener gegen die Berichterstattung von Christine Jeske zeigt.

Es sind mittlerweile mindestens 20 Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch und brutalen Gewaltexzessen aus den Kinderheimen der Erlöserschwestern im Bistum Würzburg bekannt. Die Täterinnen leben teilweise noch gut geschützt und unangegriffen im Orden. Eine der Täterinnen leitete bis vor kurzem das Kloster Heidenfeld. Darüber wurde in der MP berichtet, über ihre früheren Verbrechen an Heimkindern nicht.
Auch darüber wissen das Bistum und die MainPost Bescheid, ohne die Öffentlichkeit zu informieren.

Statt der Täter werden die Betroffenen öffentlich denunziert. Wie gerade wieder geschehen.
(Auch ein anderes Opfer der Erlöserschwestern, das zur Zeit im Dienste des Bistums steht, wird gerade gegen den bisher verlautbarten Willen nun der Öffentlichkeit zugeführt…) Die entlassene Beirätin konnte dies zu ihrer Amtszeit verhindern. Jetzt leider nicht mehr und wir machen uns ernsthafte Sorgen, wie das Opfer den Schritt in die Öffentlichkeit übersteht….Aber der Wille des Bistums hat sich auch hier gegen den des Opfers durchgesetzt

Täterschutz vor Opferschutz im Jahre 2022, trotz aller anders lautenden Beteuerungen von Bischof Jung, der sich damit nahtlos in das vorgetäuschte und worthülsenreiche Reue- und Schambekundungssystem seiner Kollegen, Woelki, Marx, Ratzinger, Heße, Bätzing etc. etc. einreiht.

Gott sei Dank (!!!!) glaubt ihnen kaum noch jemand.
In der Tat ist das Erwachen des Volkes die einzige Chance, die wir Betroffene langfristig haben. Das Erwachen und den Widerstand, wie ihn die tapfere Gemeinde Maria Geburt in Aschaffenburg derzeit gegen Bischof und Generalvikar leistet, indem sie ein sichtbares und unglaublich mutiges Zeichen der Solidarität setzen! Dafür möchten wir uns an dieser Stelle bedanken, bevor wir mit der Berichterstattung über die toxische Aufarbeitung fortfahren.

Ohne solche Hoffnungsschimmer würden wir das alles garnicht überstehen!

Wie die MainPost am 28.1. ebenfalls berichtet, wird diese Seite für ehemalige Heimkinder auch vom Bistum (und vermutlich auch von den Erlöser- und Niederbronnerschwestern) sehr genau beobachtet.
Der „Verfassungsschutz“ der Kirche, der zusammen mit der interessengeleiteten Zeitung weiter die Opfer verfolgt anstatt sich um die Täter zu kümmern und diese beim Namen zu nennen bzw. unschädlich zu machen. Das Bistum Würzburg hat sich auch früher nicht gescheut, Betroffenen Detektive und Drohungen ins Haus zu schicken.
(s. das sehr gut recherchierte Buch von Johannes Heibel:“Der Pfarrer und die Detektive“ )
Es sieht so aus, als würde Bischof Jung diese Tradition fortführen. Heute erfolgt die Spionage nur subtiler, unsichtbarer und digital.
Wir möchten deshalb an dieser Stelle Betroffene davor warnen, sich alleine mit diesen Kräften einzulassen. Es wird zwangsläufig zu neuen Verletzungen führen. Die Gesprächsangebote mit Bischof Jung für Betroffene dienen unserer Meinung nach nur der Sammlung weiterer Falldokumentationen, die dann das Material für Forschungsstudien bilden.
Vermutlich ist das auch der wahre Hintergrund für die Anerkennungszahlungen. Die Kirche bekommt dadurch viel mehr Hintergrundinformationen von Betroffenen, die sie außer für die Studien auch für die Vernichtung von Täterakten benutzen kann. Sie bekommen für ein paar demütigende Euros „Anerkennung des Leids“ unbezahlbare Informationen und wissen dann genau, wonach sie in ihren Archiven suchen müssen..
Gleichzeitig werden die Opfer auf diesem Weg mittels der o.g. Gutachterwesens unglaubwürdig gemacht, wie wir aus vielen anderen Fällen wissen. Bei fehlender Plausibilität gibt es auch keine Entschädigung, aber die Täter haben trotzdem das Wissen über die Erinnerungen der Betroffenen. Denn das ist die größte für die Kirche lauernde Gefahr da draußen in der Gesellschaft….die Dunkelziffer der vielen bisher unbekannten Taten….
Die mit diesen Methoden einhergehende Retraumatisierung lässt viele der Betroffenen auf ewig in der Versenkung verschwinden…Wir kennen einige Fälle, die nach Kontakt mit dem Bistum Würzburg lange gebraucht haben, um diese Erfahrungen zu verarbeiten und sich wieder zu stabilisieren. Manche erholen sich nie wieder davon!
Das war unter Bischof Hofmann so und setzt sich leider auch unter Bischof Jung bis zum heutigen Tage fort. Die derzeitigen Berichte über die Entlassung der Betroffenenbeirätin und die Aufhebung ihrer überlebenswichtigen Anonymität (die auch dem Schutz ihrer Person und ihrer Familie in dem mafiösen Täterschutzsystem aus Bistum und Orden dienen) sind das aktuelle sichtbare Zeugnis dieser toxischen Machenschaften.

Wir wissen auch von einem Betroffenen, dessen noch im Bistum lebender Täter versucht hat, ihn an seinem Wohnort zu bedrohen, während er mit seinen kleinen alleine Kindern zuhause war. Er konnte den Täter nur mit Mühe vom Eindringen in die Wohnung abhalten und war danach erneut tagelang retraumatisiert.
Obwohl das Erlebnis schon einige Jahre zurückliegt, merkt man ihm die Anspannung an, wenn er davon erzählt. Eine Anzeige konnte der Betroffene bis heute nicht erstatten, weil er keine Zeugen hatte und davon ausgeht, dass ihm sowieso nicht geglaubt wird.
Der Täter ist ein stadtbekannter pädokrimineller, in den Laienstand entlassener Kleriker, der trotz mehrfacher Verurteilung mit 3000 Euro Rente in einer großen Bistumswohnung residiert, aus der Bischof Jung ihn auch mit rechtlichen Schritten nicht entfernen kann…
Deshalb redet sich BJ lieber ein, dass er den Täter so wenigstens unter Kontrolle hat…….

Alle hier getätigten Aussagen (außer der letzten) können von uns mit Dokumenten belegt werden. Wir gehen aber davon aus, dass diese letztgenannten Umstände noch im Zuge der Ermittlungen durch die Aufarbeitungskommission auf den Tisch kommt.
Hoffentlich!
Daran können und werden wir messen, wie unabhängig die Aufarbeitungskommission um Frau Professor Amend-Traut wirklich arbeitet. Bis jetzt sind unsere Erfahrungen gut und sie scheint mit ihrem fachkompetenten Team wirklich an konkreten Ergebnissen, auch im Hinblick auf die strafrechtliche Relevanz, interessiert zu sein.

Abschließend raten wir allen Betroffenen dringend, sich zu unvermeidbaren Gesprächen mit dem Bistum, den Orden und den juristischen Missbrauchsbeauftragten eine Person ihres Vertrauens und ebenfalls juristischen Beistand mitzunehmen. Wir empfehlen außerdem, die Gespräche aufzuzeichnen, eigene mitgebrachte Datenschutzverpflichtungen unterschreiben zu lassen und die Anwesenheit einer traumapsychologisch geschulten Fachperson einzufordern. (Das ist zwar in den Rahmenbedingungen der DBK so vorgesehen, wird aber von den MB-Beauftragten im Bistum Würzburg gerne unterlaufen)
Des weiteren sollten Sie auf ein Gesprächsprotokoll bestehen, das so lange geändert wird, bis es mit IHREN Wahrnehmungen übereinstimmt. (Wir mussten in manchen Fällen zwei- bis dreimal nachbessern lassen, weil die Protokollantin des Bistums manches uminterpretiert oder „vergessen“ hatte…natürlich zugunsten der Täterorganisationen.) Das ist wichtig, weil sich die Höhe der Anerkennungsleistung auch danach bemisst, ob eine Penetration oder „nur“ eine Grenzverletzung stattgefunden hat. Was an sich schon eine perfide und aus traumafachlicher Sicht unzulässige Bewertung ist….
Wenn die Penetration nicht dokumentiert wird, Pech für das Opfer, gespartes Geld für die Kirche…..
Nur so ist die Schadenbegrenzung und der Erhalt Ihrer Gesundheit in diesem toxischen System einigermaßen gewährleistet.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit über unsere Kontaktadresse zur Verfügung.

Diana di J.


25.01.22

Unvereinbare Auffassungen

Aufgrund des Offenen Briefes und des durch sie initiierten Aufrufes für Betroffene in Bezug auf die geplante Studie der Katholischen Fakultät der Universität Würzburg wurde die u.g. Betroffenenbeirätin gestern aus dem Beirat entlassen. Die Beiräte kritisierten den offenen Brief mit dem Argument, „dass man so nicht mit einem Bischof reden könne, da er eine Amtsperson sei.“ Man drohte ihr außerdem mit Konsequenzen seitens des Studienleiters, wenn sie die Aufrufe nicht unterließe.

Ein weiterer Grund war die Weigerung der Beirätin, mit einem 73jährigen theologischen Mitarbeiter, der 25 Jahre im Dienst des Bistums stand, zusammenzuarbeiten. Er wollte sich dem Beirat als „unabhängiger“ Ombudsmann für Betroffene anbieten, die Berührungsängste mit der Kirche haben…

Nachdem der vierköpfige Beirat bereits zu drei Vierteln mit Mitgliedern aus klerikalem Kontexten besetzt war, hat man sich nun von der einzigen kirchenkritischen und unabhängigen Person getrennt…

Die Hoffnung, dass eine transparente und schnelle Aufarbeitung zu bald sichtbaren Zielen führen könnte, ist unserer Meinung nach damit in weite Ferne gerückt. Am vierten Tage nach der „Bilanz des Schreckens“, der Eröffnung des Münchner Gutachtens, hofft man in Würzburg vermutlich noch immer darauf, dass der Kelch der Wahrheit an diesem Bistum vorübergehen oder es am Ende dort nicht so schlimm gewesen sein möge… Wir befürchten, dass genau das Gegenteil der Fall sein wird.

Wir danken der ehemaligen Beirätin für Ihr mutiges Engagement gegen die erfahrenen Widerstände der letzten zwei Jahre.

Diana di J.


24.01.22

Hilferuf einer Betroffenenbeirätin im Bistum Würzburg

Wir veröffentlichen hier den offenen Brief an Bischof Jung, geschrieben von einer Betroffenenbeirätin im Bistum Würzburg.
Der Brief wurde Bischof Jung am 21.01.22 um 15.17 Uhr zugestellt. Vier Stunden später gab er schon eine Pressemeldung in der MainPost heraus, in der genau die Inhalte aus dem offenen Brief als sein Statement auftauchen.
Der Betroffenenbeirätin hat er bis jetzt nicht geantwortet. Die Leserbriefkommentare zeigen aber, dass die Würzburger nicht mehr auf solche Verblendungsversuche hereinfallen.
Wenn Bischof Jung es mit seinen Äußerungen ernst meint, dann sollte er umgehend Taten folgen lassen….

Um Missverständnisse zu vermeiden: Der unten angehängte offene Brief vertritt ausschließlich den Standpunkt der Verfasserin des Briefes und nicht des gesamten Beirates.


Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) fordert nachdrücklich dazu auf, Missbrauchstaten aufzuklären, Opfer zu hören und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. „Braucht es erst ein Gutachten aus jedem (Erz-)Bistum, damit Verantwortliche ihre Aufgaben ernst nehmen?“, fragte Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende. Dass der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, das Gutachten am heutigen Tage nicht entgegennahm, ist für die kfd nicht nachvollziehbar. „Sieht so ehrliches Interesse an den Betroffenen und an Aufklärung aus?


Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Jung,

mit dem obigen Vorwort fordere ich Sie als Sprecherin des Betroffenenbeirats im Bistum Würzburg zur umgehenden transparenten und rückhaltlosen Aufklärung aller Missbrauchsfälle sowie der Offenlegung aller Versäumnisse der Verantwortlichen, Mitwisser und Mittäter im Bistum Würzburg auf. Ich schließe mich mit dem heutigen Tage der Forderung bundesweiter Betroffeneninitiativen, Betroffenenbeiräten und Medien nach Aufklärung durch rechtsstaatliche Stellen an.
Sie sind seit dreieinhalb Jahren Bischof von Würzburg und haben bisher NICHTS aufgeklärt, was vor Ihrem Amtsantritt im Bistum Würzburg geschehen ist.

Weder nehmen Sie Stellung zu berechtigten Fragen des Betroffenenbeirats, noch klären Sie die massiven Datenschutzvergehen Ihrer Mitarbeiter bis in die jüngste Vergangenheit mit den Daten von Betroffenen auf.

Sie lassen zu, dass durch Ihren Mitarbeiterstab (derselbe, der unter Bischof Hofmann massiv gegen Betroffene agierte) täglich neue Retraumatisierungen von Betroffenen und Mitgliedern des Betroffenenbeirates ausgelöst werden und sie kooperieren mit den Täter-Orden – vor allem der Erlöserschwestern – deren Mißbrauchsbeauftragter Thomas Braun (Rechtsanwalt für Bau-, Erb und Betreuungsrecht) gleichzeitig bei Ihnen im Bistum als Diakon in der Krankenhausseelsorge angestellt ist. Auf Nachfrage wurde mir von Ihrer Referentin mitgeteilt, dass hier keinerlei Interessenskonflikte gesehen werden….

Sie verschwenden horrende Summen in eine sogenannte Aufarbeitungsstudie, deren Ergebnisse erst in sechs Jahren (!) vorliegen sollen und keinerlei Nutzen für die heutigen Betroffenen hat.

Die Studie soll von der Katholischen Fakultät mit Sitz in den Gebäuden der Erlöserschwestern, einer einschlägigen Täterorganisation in Ihrem Bistum, durchgeführt werden.

Die Betroffenenakten sollen dem Studienteam voll umfänglich ohne Einwilligung der Betroffenen zugänglich gemacht werden. Sie wurden vom Betroffenenbeirat explizit darauf hingewiesen und haben es dennoch abgelehnt, Betroffene diesbezüglich um ihr Einverständnis zu bitten.

Zeitgleich zu den Studiengeldern im sechs- siebenstelligen Bereich sind Sie nicht gewillt, eine offensichtlich ungerechte und inkompetente Entscheidung der UKA („Unabhängige“ Kommission für Anerkennungsleistungen) gegenüber einem Betroffenen auszugleichen.

Es wäre Ihnen in Ihrer Position und mit Ihrem Wissen über Täter und Tathergänge durchaus möglich, den Fehlbetrag von 12.000 Euro an den Betroffenen nachzuzahlen, um die damit einhergehende psychische Belastung und Wartezeit auf eine neue Entscheidung der UKA zu beenden.

Die Geschäftsordnung unseres Betroffenenbeirates konnte bis heute (neun Monate nach unserer konstituierenden Sitzung !) nicht abgeschlossen, werden, weil Sie Ihre Unterschrift verweigern, wenn wir nicht bestimmte Passagen streichen.
Diese Passagen würden die Mitbestimmungs- und Interventions-möglichkeiten des Betroffenenbeirates bei Entscheidungen in Bezug auf Betroffene regeln. Dies scheint von Ihnen nicht gewünscht zu sein und deshalb scheuen Sie sich nicht, unsere Geschäftsordnung zu zensieren.

Sie ignorieren berechtige Fragen des Beirates nach Transparenz. Diese bleiben über Monate unbeantwortet.

Sie haben auch mehrfach versucht, mich als Betroffenenbeirätin unter Druck zu setzen. Einmal sogar in einem Vier-Augen-Gespräch in einem geschlossenen Raum ohne Zeugen. Das hat mich aufgrund Ihres harschen Auftretens und des Vertrauensmissbrauches massiv retraumatisiert und mehrere Tage außer Gefecht gesetzt. (Eine ähnliche Situation beschrieb kurz darauf Viola Kohlberger mit Kardinal Wölki bei einer Veranstaltung des synodalen Weges. Es scheint ein System zu sein, mit dem sich Bischöfe unbequeme Betroffene vom Hals schaffen wollen.)

Ich beobachte auch, wie Sie mit ihrem Mitarbeiterstab durch unterschiedliche Herangehensweisen versuchen, die Mitglieder des Betroffenenbeirates gegeneinander auszuspielen, um die Einheit zu spalten.
Ebenso wehre ich mich gegen die medialen Angriffe der MainPost, die Sie mir Ihren (datenschutzrechtlich unzulässigen) Informationen an die Presse fördern. Es wurden gesundheitliche Inhalte aus meiner Akte von Ihrem Pressesprecher weitergegeben und in der MainPost veröffentlicht. Der Artikel vom 21.12.21 war gezielt dazu benutzt worden, um mich in der Öffentlichkeit erneut zu diskreditieren und Sie sind in keinster Weise mit einer Richtigstellung dagegen vorgegangen.

Um nicht weiter in die Machenschaften des Bistums Würzburg in meiner Funktion als Betroffenenbeirätin verstrickt zu werden, werde ich diesen Brief als Offenen Brief den Medien zur Verfügung stellen und damit jedem weiteren Instrumentalisierungsversuch des Betroffenenbeirates im Bistum Würzburg entgegentreten.

Ich werde trotz dieser schwierigen Gemengelage und der vorprogrammierten Blessuren, die sich Betroffene in dieser Position holen, nicht aus dem Beirat austreten, weil ich der Meinung bin, dass die Betroffenenbeiräte eine wichtige Funktion erfüllen können. Vorausgesetzt sie werden von den Bischöfen ernsthaft in die Aufklärungsarbeit einbezogen und mit all ihrer (umstandsbedingten) Fachkompetenz in diesem Bereich gehört. So wie es der UBSKM in der gemeinsamen Vereinbarung mit den Bistümern vorgesehen hat.

Das Bistum Speyer und der dortige Betroffenenbeirat nehmen in dieser Beziehung eine herausragende Vorbildfunktion ein.
Da ich mit Speyer und anderen Betroffeneninitiativen in ständigem Kompetenzaustausch stehe, kann ich die Defizite der Würzburger Aufklärung umso besser einschätzen.

Bitte überdenken Sie diese konstruktiv gemeinte Kritik. Vielleicht hilft Ihnen auch die unten angehängte Berichterstattung…..
Es gibt kein Weiter-so, Herr Bischof Jung, auch für Sie und das Bistum Würzburg nicht.

Zu Beginn Ihrer Amtszeit haben viele Betroffene (u.a. auch ich) Hoffnung in den neuen Bischof gesetzt. Davon ist zur Zeit leider nicht mehr viel übrig.

Es liegt jetzt alleine an Ihnen, die Lage zu verändern, neues fach- und traumakompetentes Personal einzusetzen, und mit einer staatlichen Kommission zusammen die Würzburger Verbrechen an Kindern durch Kleriker und Ordensangehörige aufzuarbeiten. Dann können in spätestens einem Jahr die ersten Verfahren vor Gericht verhandelt werden. Es müssen endlich auch die Personalverantwortlichen (wie z.B. Heinz G.), die als pädophil bekannte Priester wie den Würzburger Wolf-Dieter W. jahrzehntelang durch die Republik geschickt und damit viele neue vermeidbare Opfer produziert haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Und das möglichst zu Lebzeiten!

Freundliche Grüße

21. Januar 2022 / 15.00Uhr


Medienberichte über die Erschütterung, die das WSW-Gutachten in München bundesweit ausgelöst hat!

20.1.2022 Christiane Florin kommentiert das Münchener Gutachten der Kanzlei WSW: „Kinder sind weniger wert als Kleriker. Der Schutz der Hierarchen galt den Tätern, nicht den Schutzbefohlenen. Die Betroffenen wurden als Kinder und Erwachsene missachtet, ignoriert, als Bedrohung gesehen. Wie in anderen Bistümern auch. ….Einzelne Personen in Machtpositionen hätten zwar Menschen viel Leid ersparen können. Aber sie bewegen sich in einem System, das deformiert. Der einfache ethische Grundsatz, dass die Schwächsten zu schützen sind, wird weggeweiht…. Die römisch-katholische Kirche ist ein Verantwortungsverdunstungsbetrieb. … Joseph Ratzinger erklärt in einer spitzengeklöppelten Stellungnahme mit dem päpstlichen Briefkopf Benedictus XVI. [!], was er wann nicht gewusst habe – ein taktischer Umgang mit der Wahrheit. Das Ohnmachtsgehabe eines der mächtigsten Männer der Kirche zeigt auch, dass er bis heute nicht versteht, was sexualisierte Gewalt mit Kindern macht.“ Quelle: DLF


20.1.2022 Die Münchener Gutachter der Kanzlei WSW sprechen sich für eine Ombudsstelle und eine stärkere Einbeziehung der betroffenen Pfarreien in die Aufarbeitung ist. Für Opfer müsse ein geschützter Raum geschaffen werden, in dem sie sich äußern können. „Geschützt“ bedeute, dass niemand dabei ist, „der einen weißen Kragen zum schwarzen Hemd trägt“. In der Pressekonferenz fragte ein Gutachter: „Wie viele Gutachten und Studien braucht das Land eigentlich noch, um sich dieser Erkenntnis zu stellen?“ Quelle: Tagesspiegel


20.1.2022 Der Kommentar von Daniel Deckers kommt der Wirklichkeit, wie kirchlich Betroffene von Missbrauch sie erleben, sehr nahe. Er spricht im Blick auf Vertuschungen katholischer Missbrauchsfälle von „an Komplizenschaft grenzende Mitwissernschaft bis in höchste Kreise und die fast allgegenwärtige Gleichgültigkeit gegenüber Betroffenen.“ Es zeige sich, dass „jeder, aber auch jeder“ meint, in der Vergangenheit nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Die Bischöfe zögen sich heute auf Normunkenntnis und Unzuständigkeit zurück. Der frühere Papst Benedikt habe gezeigt, wie zynisch das Verhalten der Verantwortlichen angesichts der drückenden Beweislast ist. Quelle: FAZ


20.1.2022 Florian Breitmeier weist darauf hin, dass im Münchner Gutachten Kardinal Marx bescheinigt wird, er habe bis 2018 kein großes Interesse an den Betroffenen sexualisierter Gewalt und deren Schicksal gezeigt.  Für schwerwiegend hält Breitmeier, dass die Gutachter den Bischöfen und Erzbischöfen bescheinigen, den Betroffenen nicht die nötige Beachtung geschenkt zu haben – vor allem nach 2010, als sie immer wieder bekundeten, dies verstanden zu haben. Quelle: NDR


20.1.2022 „Auch im Jahr 2022 heißt die bittere Realität: Das System der Vertuschung, des Vergessens und der schnellen Vergebung ist nicht aufgebrochen worden“, sagte die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp. – „Braucht es erst ein Gutachten aus jedem (Erz-)Bistum, damit Verantwortliche ihre Aufgaben ernst nehmen?“, fragte Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende. – Der Religionsbeauftragte der SPD im Bundestag, Castellucci, hat eine allein von der Kirche geleistete Aufarbeitung scharf kritisiert: „Keiner kann sich selbst aufklären, dafür gibt es unseren Rechtsstaat.“ Quellen: Süddeutsche s. auch: Tagesschau  DW


6. Januar 2022

Wichtiger Aufruf für alle Betroffenen im Bistum Würzburg

Das Bistum Würzburg hat eine Aufarbeitungsstudie an die Katholische Fakultät der Universität Würzburg vergeben.
(www.uni-wuerzburg.de › studie-zum-missbrauch-im-bistum)
Dem Studienleiter Professor Burkhard wird uneingeschränkter Zugriff auf die Falldokumentationen der Betroffenen zugestanden.

Die Betroffenen wurden nicht informiert oder vom Bistum gefragt, ob sie ihre Fallgeschichte zur Verfügung stellen wollen. Weder die Universität noch das Bistum haben bisher einen Aufruf hierzu gestartet, obwohl Mitglieder des Betroffenenbeirates mehrfach darauf hingewiesen haben.

Wir finden, dass jeder Betroffene zuerst Einsicht in seine vom Bistum geführte Akte nehmen und dann entscheiden sollte, ob und welche Inhalte für die Studie freigegeben werden. Außerdem halten wir eine Aufwandsentschädigung, wie Sie bei vielen Studien angeboten wird, aufgrund des hohen Belastungsgrades für die Betroffenen angebracht. Therapiestunden und eine traumakompetente Vor- und Nachsorge sehen wir ebenfalls als dringend notwendig an.

Nachdem viele dieser Falldokumentationen themenbedingt kinderpornografische Inhalte haben, klären wir gerade die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen ab. Das Bistum war in dieser Frage bisher leider nicht sehr kooperativ. Es könnte so einfach sein, die Betroffenen mit ihren Leidensgeschichten zu würdigen und per Rundbrief um ihre Einwilligung zu bitten. Aber das ist wahrscheinlich ein zu christlicher Gedanke für die beteiligten Theologen.
Es entsteht der Eindruck, dass hier mit aller Gewalt und ohne Rücksicht auf die schwer traumatisierten Menschen ein Prestigeprojekt der Katholischen Fakultät und des Bistums Würzburg als Alibi-Aufarbeitung durchgeboxt werden soll. Ein Mehrwert für die Betroffenen ist nicht erkennbar. Die Ergebnisse sollen in sechs Jahren vorliegen….Mit dem Geld für die Studie ließen sich viele Entschädigungszahlungen finanzieren. Aber die Kirche muss Prioritäten setzen. Die Reinwaschung steht über den Opfern!

Hinzu kommt, dass die Katholische Fakultät Würzburg in den Gebäuden der Erlöserschwestern residiert und der Orden dann zynischerweise nochmal an den selbst verursachten sexuellen Gewalttaten an Heimkindern mitverdient.

Nach unseren Recherchen sind an diesem Projekt auch keine Personen mit Traumafachkompetenz beteiligt, sodass fahrlässig Retraumatisierungen der Studienteilnehmer (in den Interviews am Täterstandort) in Kauf genommen werden.

Wir raten daher zu einer genauen Prüfung der Studienausschreibung und der darin involvierten Personen. Machen Sie von Ihrem Recht auf Selbstbestimmung über Ihre Lebensgeschichte Gebrauch. Und klären Sie Risiken und Nebenwirkungen mit einem Menschen Ihres Vertrauens.

Diana di J.


29. Dezember 2021

Neuanfang

Zum Jahresende beginnen wir etwas Neues.

Diese Seite ist neu in der großen Medienwelt des WorldWideWeb. Und sie ist – wie jede Webseite – einzigartig. Denn sie wird von Menschen gestaltet und geschrieben, die es nur einmal gibt. Deren Erlebnisse nur so stattgefunden haben und ihnen nur so erlaubt haben, ihre Leben mit diesen Erinnerungen und Prägungen zu gestalten.

Trifft das nicht auf jeden zu, werden Sie vielleicht fragen. Grundsätzlich ja, hier aber, im Besonderen, handelt es sich um eine Gruppe Ausgewählter.

Sie erhielten als Kinder unter Gleichaltrigen besondere Behandlungen auferlegt. Wer sie dafür vorgesehen oder ausgesucht hat, weiß oder will niemand mehr sagen.

Heute sind sie erwachsen und sich vorher vielleicht nie begegnet. Dennoch gibt es ein unsichtbares Band zwischen ihnen. Sie waren an denselben Orten Kräften ausgeliefert, derer sie sich als Kinder nicht erwehren konnten. Über Zeit und Raum von Dekaden, verstreut in alle Winde, hat das Schicksal oder ihre Aufgabe, bzw. das Nichtaufgeben sie hier wieder zusammengeführt und ein unsichtbares Band wird spürbar, wenn sie sich gegenüber stehen und voneinander erzählen.

Ein tiefes Verstehen, wo ein Leben lang niemand verstehen und hören wollte, ein unangestrengtes Mitfühlen, das Nichtbetroffenen verwehrt bleibt, ein Ankommen bei sich selbst, wo man verloren schien – das sind die Geschenke, die diese Menschen sich geben können. Und genauso kann in einer Sekunde alles wieder verschwinden, durch ein unpassendes Wort, eine Geste, die erschrickt, ein Geruch, der dunkle Bilder nach oben schickt, wie der unbeabsichtigte Tritt auf eine versteckte Mine in der Seele des Gegenübers. Weder ist das Eine stabil, noch das Andere vorhersehbar.

Es ist wie es ist. Und das macht die Begegnungen mit den Menschen auf dieser Seite so wertvoll wie eine unerwartete Perle in einer aus Millionen Muscheln. Die Perlen entstehen, weil die Muschel beim Eindringen eines Fremdkörpers in ihr Innerstes über Jahre versucht, diesen durch Perlmutt einzukapseln und damit den Schmerz im Fleisch heilt. So ähnlich muss das auch bei uns funktionieren, sonst wären wir heute nicht hier..

Diana di J.